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Biogasanlage Bosenberg - Unser Standpunkt

Eine Investorengruppe möchte in Ahlen eine Biogas-Anlage errichten. Mittels einer großen Biogasanlage soll der Standort Bosenberg in Ahlen einer Folgenutzung zugeführt werden. Diese Anlage benötigt Mais auf mindestens 500 ha Ackerbaufläche.

Wir begrüßen grundsätzlich wirtschaftliche Planungen und Entwicklungen in unserer Stadt und freuen uns über führende ansiedlungswillige Unternehmen. Doch beim Standort Bosenberg muss die Frage gestellt werden: Macht es Sinn hier eine Biogasanlage zu errichten ?

Bei der Bewertung von Biogasanlagen ist es wichtig zu schauen, aus welchem Substrat das Biogas erzeugt wird. Erst heute konnte den Medien entnommen werden, dass die Weltbevölkerung stark anwächst. Bis 2050 wird ein Anstieg auf ca. 9 Mrd. Menschen erwartet und die IWF erwartet für diese Zeit eine Welthungersnot. Es ist moralisch bedenklich, Lebens- und Futtermittel, die zur Ernährung der Bevölkerung dienen, zur Energieerzeugung in Biogasanlagen zu nutzen. Energiehunger führt lokal direkt zu sozialen und politischen Spannungen, Lebensmittelpreise steigen und Regenwälder werden abgeholzt, um neue Anbauflächen zu erschließen.

Biogas aus Lebens-und Futtermittel ist keine effektive regenerative erneuerbare Energiequelle, da dieser Begriff auf Systeme angewandt wird, mit denen aus den in der Umwelt laufend stattfindenden Prozessen Energien abgezweigt und der technischen Verwendung zugeführt werden.

Wir plädieren bei Biogas daher ausschließlich für Techniken, die organisches Restmaterial aus Land- und Forstwirtschaft, organische Recyclingstoffe aus der Entsorgungswirtschaft (Klärschlamm, Siedlungsabfälle) sowie organische Reststoffe aus industrieller Produktion verwenden. Am Standort Bosenberg sind diese Reststoffe nicht vorhanden.

Gleichzeitig müssen aber auch die lokalen Rahmenbedingungen der heimischen Landwirtschaftsbetriebe beachtet werden und Berücksichtigung finden. Der große Flächenbedarf für den hier benötigten Substratanbau läßt einen starken Anstieg der Pachtpreise für den in Konkurrenz stehenden Futter- und Lebensmittelanbau erwarten bzw. hat sich bereits eingestellt und bedroht so die Existenz der regionalen Landwirte, die aktiv Landwirtschaft betreiben. In Räumen höchster Veredelungsdichte und Mangel an Pachtflächen tritt ein besonders hoher Konkurrenzdruck zu den Anbauressourcen für Nahrungs- und Futtermittel auf. Durch steigende Getreidepreise entstehen inflationäre Tendenzen, Nahrungsmittel werden nachhaltig teurer.

Zudem ist bei der Biomasse-Energie-Herstellung die Energieeffiziens zu berücksichtigen. Um 1 ha Ackerland zu bestellen muß Energie von ca. 1.000 kWh Diesel eingesetzt werden. Weitere 1.000 kWh/ha müssen für den Transport der Inputstoffe zur Anlage aufgewandt werden. Es werden also ca. 2.000 kWh/ha aus Diesel eingesetzt, um den Rohstoff für Bioenergie, wie am Bosenberg geplant, zu erzeugen.

Weiterhin entstehen ca. 205 g CO2/kWh nur beim Anbau der Rohstoffe und dem bereits im Biogas entahltenen CO2. Ohne die Emissionen durch Herstellung der Anlage, Fermentierung, Verbrennung und Ausbringen der Reststoffe zu berücksichtigen, liegt Biogas somit bereits deutlich über den Werten von den anderen Erneuerbaren Energien.

Die Ahlener Freien Wähler stehen einer Folgenutzung des Geländes am Bosenberg offen gegenüber, soweit die Sorgen, Anregungen und Belange der betroffenen Bürgerschaft dabei ernst genommen werden.

Eine Biogasanlage am Bosenberg ist aus Sicht der Vertreter der Freien WählerGemeinschaft Ahlen e.V. kein sinnvolles und unterstützenswertes Vorhaben im Sinne der vorstehend genannten Aussagen.

Dieser Verantwortung müssen und werden auch wir uns als Ratsvertretung in Ahlen stellen.

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